Vaskulitis und Anti-GBM-zugehörige Erkrankungen

PR-3-Antikörper | MPO-Antikörper | GBM-Antikörper

 

PR-3-Antikörper

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EliA PR3 S (sensitive)  NEU! 14-5536-01 4 x 12 Tests
Varelisa PR3 ANCA 177 96 96 Tests

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Antigene

Antineutrophile zytoplasmische Antikörper (ANCA) können zytoplasmische ANCA (cANCA) und perinukleäre ANCA (pANCA) unterteilt werden. Das Hauptantigen für die cANCA-Reaktivität ist das Enzym Proteinase 3 (PR3).

PR3 ist ein kationisches Protein bestehend aus 228 Aminosäureresten, das zur Trypsin-Familie der Serin-Proteasen gehört. PR3 ist nur bei Primaten und Menschen exprimiert und hat verschiedene Funktionen, darunter die Proteolyse von Elastin, Hämoglobin, Fibronektin, Laminin und Kollagen Typ IV, antimikrobielle Aktivitäten etc.

PR3 in Phadia Tests wird aus Humanneutrophilen aufgereinigt. 

Bei EliA PR3 S (sensitive) ist das Antigen auf die Wells mit einer Ankertechnik aufgebracht, wodurch die Sensitivität des Tests wesentlich erhöht wird.

Krankheitsassoziation, Antikörperprävalenz und Spezifität

  • Wegener-Granulomatose (abhängig von Aktivität der Erkrankung: ca. 50 % bei inaktiver Erkrankung, fast 100 % in der aktiven Generalisierungsphase der WG), Spezifität >95 % 
  • Mikroskopische Polyangiitis (kleiner Prozentsatz) 
  • Churg-Strauss-Syndrom (10 - 30 %) 
  • Polyarteriitis nodosa (8 - 10 %).  
  • Idiopathische halbmondförmige Glomerulonephritis (30 %)

Information zu den Krankheiten

Im Allgemeinen treten Anti-MPO und Anti-PR3 nicht gemeinsam beim gleichen Patienten auf. Die Erkennung von cANCA mit klarer PR3-Aktivität ist zu 99 % spezifisch für eine nekrotisierende Vaskulitis der kleinen Gefäße.

Wann wird eine Messung empfohlen?

  • bei Verdacht auf idiopathische systemische Vaskulitis, die unter folgenden Umständen auftritt:
  • bei Vorhandensein von sichtbaren vaskulären Läsionen, z. B. Purpura, nekrotische Fingerspitzen etc. 
  • bei Vorhandensein von mehr oder weniger typischen Symptomen, z. B. von nekrotisierenden Entzündungen der oberen Luftwege (WG), Hypereosinophilie mit nicht allergischem Asthma (Churg-Strauss-Syndrom) etc. 
  • bei schnell fortschreitender Glomerulonephritis
  • bei Vorhandensein von Symptomen und Anzeichen einer Entzündung, z. B. Fieber, erhöhte Konzentration von ESR und C-reaktivem Protein etc., ohne bestimmbare Ursache oder Lokalisation

Antikörperisotyp

IgG

Erkennungsmethoden

ELISA (mit beschichtetem PR3) oder indirekte Immunofluoreszenz (IIF). 90 % der cANCA-positiven Sera sind auch positiv bei PR3 ELISA und umgekehrt.

Referenzen

  • Gross WL, Csernok E, Szymkowiak CH (1996) Antineutrophil cytoplasmic autoantibodies with specificity for proteinase 3. In: Peter JB, Shoenfeld Y (eds.) Autoantibodies, S. 61-67, Elsevier, Amsterdam 
  • Harris A, Chang G, Vadas M, Gillis D (1999) ELISA is the superior method for detecting antineutrophil cytoplasmic antibodies in the diagnosis of systemic necrotizing vasculitis. J Clin Pathol 52, 670-676 
  • Boomsma MM, Stegeman CA, ven der Leij MJ (2000) Prediction of relapses in Wegener's granulomatosis by measurement of antineutrophil cytoplasmic antibody levels. Arthritis Rheum 43, 2025-2033

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MPO-Antikörper

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EliA MPO S (sensitive) NEU! 14-5537-01 4 x 12 Tests
Varelisa MPO ANCA 176 96 96 Tests
     
     

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Antigene

Antineutrophile zytoplasmische Antikörper (ANCA) können zytoplasmische ANCA (cANCA) und perinukleäre ANCA (pANCA) unterteilt werden. Das Hauptantigen für die pANCA-Reaktivität ist das Enzym Myeloperoxidase (MPO). MPO ist in den azurophilen Granula der Neutrophile vorhanden und ein Markerenzym dafür. Es katalysiert die Produktion von hypochloriger Säure, die wirksam phagozytierte Bakterien und Viren abtötet.

MPO macht fast 5 % des Gesamtproteins eines neutrophilen Granulozyts aus. Es ist ein kovalent verknüpftes Dimer mit einem Molekulargewicht von ca. 140 kDa.

MPO in Phadia Tests wird aus Humanneutrophilen aufgereinigt.

Antikörperspezifität und -prävalenz

  • Idiopathische nekrotisierende und halbmondförmige Glomerulonephritis ohne Immundeposits (= pauci-immun) (bei ca. 65 %) 
  • Mikroskopische Polyangiitis (45 %) 
  • Churg-Strauss-Syndrom (ca. 60 %) 
  • Wegener-Granulomatose, WG (10 %) 
  • Polyarteriitis nodosa (ca. 15 %) 
  • Goodpasture-Syndrom (ca. 30 - 40 %) 
  • SLE (ca. 8 %), aber häufiger bei medikamentös induziertem Lupus

Information zu den Krankheiten

Im Allgemeinen treten Anti-MPO und Anti-PR3 nicht gemeinsam beim gleichen Patienten auf. Die Erkennung von p-ANCA mit klarer MPO-Aktivität ist zu 99 % spezifisch für eine nekrotisierende Vaskulitis der kleinen Gefäße. Im Gegensatz dazu sind p-ANCA mit negativer oder gering positiver MPO-Reaktivität nicht mit einer Vaskulitis assoziiert. A.Wiik, Dänemark, schlägt vor, dass Letztgenannte anstelle von ANCA in neutrophil-spezifische Autoantikörper umbenannt werden, um so eine Fehlinterpretation der Ergebnisse zu vermeiden (Carette S., 2004, J Rheumatol 31:792-4).

Aktivität der Erkrankung

Das relative Risiko für ein Rezidiv steigt mit der ANCA-Positivität.

Risikofaktor für Rezidiv bei Relatives Risiko
ANCA positiv 10 %
ANCA zunehmend 19 %
Abbruch der Behandlung 2,4 %

Tabelle: ANCA-Persistenz oder -Anstieg muss die Therapieentscheidung beeinflussen. (Daten aus einer Präsentation von Jayne J in Genf 2002)

ANCA-Titer sind höher während der aktiven Erkrankung als bei einer Rückbildung.

Wann wird eine Messung empfohlen?

  • Bei Verdacht auf idiopathische systemische Vaskulitis, die unter folgenden Umständen auftritt:
  • Vorhandensein von sichtbaren vaskulären Läsionen, z. B. Purpura, nekrotische Fingerspitzen etc. 
  • Vorhandensein von mehr oder weniger typischen Symptomen, z. B. von nekrotisierenden Entzündungen der oberen Luftwege (WG), Hypereosinophilie mit nicht allergischem Asthma (Churg-Strauss-Syndrom) etc. 
  • Schnell fortschreitende Glomerulonephritis 
  • Vorhandensein von Symptomen und Anzeichen einer Entzündung, z. B. Fieber, erhöhte Konzentration von ESR und C-reaktivem Protein etc., ohne bestimmbare Ursache oder Lokalisation

Antikörperisotypen

IgG

Referenzen

  • Kallenberg CGM (1996) Antineutrophil cytoplasmic autoantibodies with specificity for myeloperoxidase. In: Peter JB, Shoenfeld Y (eds.) Autoantibodies, S. 53-60, Elsevier, Amsterdam 
  • Harris A, Chang G, Vadas M, Gillis D (1999) ELISA is the superior method for detecting antineutrophil cytoplasmic antibodies in the diagnosis of systemic necrotizing vasculitis. J Clin Pathol 52, 670-676 
  • Savage COS, Harper L, Cockwell P, Adu D, Howie AJ (2000) ABC of arterial and vascular disease - Vasculitis. Br Med J 320, 1326-1328

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GBM-Antikörper

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Varelisa GBM Antibodies 133 96 96 Tests
EliA GBM 14-5514-01 2 x 12 Tests

 

Antigene

Die Hauptfunktion der Glomerulumbasalmembran (GBM) der Niere ist die Ultrafiltration des Bluts. Typ-IV-Kollagen ist ein typischer Bestandteil der GBM, verfügt über selbstaggregierende Eigenschaften und bildet eine Matrix, in der die anderen Basalmembranmoleküle integriert sind. Typ-IV-Kollagen bildet Trimere, die aus drei Untereinheiten von Alphaketten bestehen. Da die Antikörper auf Epitope der sogenannten "nichtkollagenen Domain" (NCI-Domain), die sich in Inneren des Proteins in seiner nativen Struktur befinden, ausgerichtet sind, besteht keine Erfordernis zur Nutzung eines denaturierten Antigens zur Erkennung von GBM-Antikörpern.

Varelisa GBM Antibodies und EliA GBM sind die ersten Tests, die die humane rekombinante NCI-Domain der Kollagen IV Alpha 3-Kette verwenden.

Antikörperspezifität und -prävalenz

  • Schnell fortschreitende Glomerulonephritis (mit oder ohne Lungenblutung) (15 %) 
  • Goodpasture-Syndrom (eines von drei spezifischen Kriterien) 
  • ANCA-assoziierte Vaskulitiden

Informationen zum Goodpasture-Syndrom

Beim Goodpasture-Syndrom ist es wichtig, die Therapie einzuleiten bevor die Nierenschädigung zu weit fortgeschritten ist. Eine schnelle Erkennung ist daher zwingend notwendig und kann mittels der Anwendung von empfindlichen Tests bestätigt werden.

Aktivität der Erkrankung

Relativ hohe Antikörpertiter können bei Patienten mit klarem klinischen Rückgang bestehen bleiben und nur langsam über ein Jahr zurückgehen. Eine Nierentransplantation sollte im Allgemeinen so lange verschoben werden, bis die Antikörpertitration negativ ist, um so ein Rezidiv der Erkrankung beim Transplantatempfänger zu vermeiden. 

Wann wird eine Messung empfohlen?

  • Bei Verdacht auf Goodpasture-Syndrom 
  • Bei Patienten mit Glomerulonephritis 
  • Bei positiven ANCA-Ergebnisse 
  • Vor Nierentransplantation: Indikation eines hohen Risikos für akutes Nierenversagen (schlechte Prognose)

Antikörperisotypen

IgG

Referenzen

  • Hellmark T, Segelmark M, Bygren P, Wieslander J (1996) Glomerular basement membrane autoantibodies. In: Peter JB, Shoenfeld Y (eds.) Autoantibodies, S. 291-298, Elsevier, Amsterdam 
  • Kluth DC, Rees AJ (1999) Anti-glomerular basement membrane disease. J Am Soc Nephrol 10, 2446-2453 
  • Gibson IW, More IAR (1998) Glomerular pathology: Recent advances. J Pathol 184, 123-129

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